Die letzten und ersten Worte
Wenn Sie ein regelmäßiger Zuschauer von Solar Impulse TV (SI-TV) sind, haben Sie sicherlich den hochgewachsenen grauhaarigen Mann gesehen, der mit seinen feenartigen Händen sanft und geduldig mit dem Cockpit bei jedem Start und bei jeder Landung umgeht. Er ist ein Mitglied des Bodenpersonals verantwortlich für die ...
Wenn Sie ein regelmäßiger Zuschauer von Solar Impulse TV (SI-TV) sind, haben Sie sicherlich den hochgewachsenen grauhaarigen Mann gesehen, der mit seinen feenartigen Händen sanft und geduldig mit dem Cockpit bei jedem Start und bei jeder Landung umgeht. Er ist ein Mitglied des Bodenpersonals verantwortlich für die Ausrüstung des Piloten und das ordnungsgemäße Funktionieren des Cockpits.
Vor jedem Flug testet dieses Mitglied die Ausrüstung im Voraus, um sicherzustellen, dass es zu keinen Störungen kommt. Aber der Einsatz beginnt so richtig am Folgetag, meist im Morgengrauen, wenn er oder sie André oder Bertrand beim Ankleiden hilft. Zuerst kommen die Unterbekleidung, die Manschetten (das Armband, an dem das Omega-Instrument installiert ist, das die Querneigung des Flugzeuges und die genaue Richtung anzeigt) und der Overall. Über dem Overall trägt der Pilot einen Fallschirm, der auch mit einer kleinen Sauerstoffflasche ausgestattet ist, im Falle eines Notfalls in großer Höhe. Der Overall wurde speziell entwickelt, um den Piloten in großer Höhe warmzuhalten. Es wurden aber auch Reißverschlüsse integriert, die geöffnet werden können, wenn das Flugzeug in der Sonne ist. Beheizbare Schuhsohlen und Handschuhe sind ebenfalls Teil der Ausrüstung, um die Körpertemperatur des Piloten während des gesamten Fluges, während des Tages und der Nacht, aufrechtzuerhalten.
Sobald der Pilot bereit ist, nimmt er seinen Platz im Cockpit ein und das Mitglied des Bodenpersonals verbindet alle Drähte auf dem Körper des Piloten mit dem Flugzeug. Abgesehen von dem Omega-Instrument an den Manschetten hat der Pilot beispielsweise auch einen Aufsatz auf dem Zeigefinger genannt Oxymeter, welcher den Sauerstoffgehalt im Blut des Piloten überwacht. Um seinen Hals ist ein Arangophone, eine Halskette, welche die Stimme des Piloten überträgt, wenn dessen Mund durch die Sauerstoff-Maske bedeckt ist.

Wenn die gesamte Verdrahtung abgeschlossen ist, hilft das Mitglied des Bodenpersonals dem Piloten seinen Helm aufzusetzen und füllt dann die Trinktaschen für genügend Wasserversorgung während des Fluges. Eine Tasche ist mit dem Sportgetränk Isostar gefüllt und die Andere mit Wasser, während das Essen so verstaut ist, dass der Pilot während des Fluges einfach dran kommt. Alle Kabel und Leitungen werden dann so versorgt, dass das Cockpit so angenehm wie möglich ist. Nachdem der Pilot sein Frühstück hatte, schließt das Mitglied des Bodenpersonals die Haube. Das wichtigste dieser Rolle sind nicht die sorgfältigen Prüfungen und Vorbereitungen für den Flug, sondern vielmehr die intime Beziehung mit den Gründern und Piloten von Solar Impulse.
Während der diesjährigen Crossing Frontiers Mission war es Daniel Ramseier, dem diese wichtige Rolle anvertraut wurde. Es ist es, der Andrés und Bertrands letzte Worte auf dem Boden und ihr erstes "Bonjour" nach der Landung hörte. Er lernte ihre Macken, Launen und Vorlieben beim Essen kennen. Er spürte es, wenn sie plaudern, lachen oder einfach nur in Stille sich auf den kommenden Flug konzentrieren wollten. Genau deshalb liebt er diese Arbeit so sehr. Und deshalb geht er jedes Mal durch die Abläufe dieses eigentümlichen Rituals, als wäre es das erste Mal. Es ist der menschliche Kontakt, der mehr zählt, als das Einstecken der richtigen Drähte, denn in der Tat beginnt der eigentliche Flug vor den letzten Worten.
André und das Team befinden sich bereits auf der Zielgeraden!! Nach drei Tagen im Hangar, der für die Durchführung des virtuellen Flugs eingerichtet wurde, haben sich alle gut eingelebt, und die Kaffeemaschine hat bereits etwas gelitten .
Zum Glück habe ich noch etwas Kraft und Inspiration, um das letzte Thema zu behandeln, das auf meiner Liste steht ;) Ich habe definitiv nicht so viel Ausdauer wie André.
Ich wollte Ihnen noch etwas vom in dieser Woche getesteten Cockpit des zweiten Flugzeugs berichten, das gegenwärtig im Bau ist. Im Vergleich ...
Zum Glück habe ich noch etwas Kraft und Inspiration, um das letzte Thema zu behandeln, das auf meiner Liste steht ;) Ich habe definitiv nicht so viel Ausdauer wie André.
Ich wollte Ihnen noch etwas vom in dieser Woche getesteten Cockpit des zweiten Flugzeugs berichten, das gegenwärtig im Bau ist. Im Vergleich mit dem Cockpit des bestehenden Flugzeugs (HB-SIA) könnte man sagen, dass dem Piloten ein Upgrade von einem Economy-Class- zu einem Business-Class-Sitz gewährt wurde.
In Zusammenarbeit mit Lantal wurde ein spezieller Sitz entwickelt, der nun während der Simulation getestet wird. Dieser Sitz bietet dem Piloten mehrere Positionen (Flugposition, Entspannungsposition und liegende Position). Er verfügt über ein Luftdrucksystem zur Regelung des Sitzkomforts und über eine integrierte Toilette.



Um Beeinträchtigungen durch die aufgezwungene Bewegungsarmut zu verhindern, führt André Gymnastikübungen durch, die von Ärzten und Osteopathen von Hirslanden entwickelt wurden. Dabei nimmt er gelegentlich auch Positionen ein, die uns unter Umständen etwas seltsam erscheinen und mit denen André nicht wenige von uns mit seiner Gelenkigkeit verblüfft hat. Wahrscheinlich sind das die Überbleibsel seiner Indienreisen ;)




Hopp André, es liegen nur noch einige Stunden vor dir. Beim nächsten Mal ist dann Bertrand an der Reihe!
Um den Virtual Flight 2012 zusammenzufassen, gibt es ein Kennwort "steady state".
Was für den Mensch als Steady State gilt, entspricht was Nachhaltigkeit für die Menschheit gilt. Es bedeutet, dass die physiologischen Parameter des menschlichen Körpers ein Gleichgewicht erreicht haben, das ihnen ermöglicht, weiterhin auf gleiche Weise über einen längeren Zeitraum zu arbeiten. Wenn Sie rennen, ...
Was für den Mensch als Steady State gilt, entspricht was Nachhaltigkeit für die Menschheit gilt. Es bedeutet, dass die physiologischen Parameter des menschlichen Körpers ein Gleichgewicht erreicht haben, das ihnen ermöglicht, weiterhin auf gleiche Weise über einen längeren Zeitraum zu arbeiten. Wenn Sie rennen, ist ein Spurt kein Steady State. Joggen hingegen ist es. In unserem Fall wäre ein Spurt möglich, während dem der Pilot während 72h nichts isst und nicht schläft.
Diese Situation wäre allerdings nutzlos beziehungsweise gefährlich, denn eine solche Situation könnte nicht langfristig haltbar sein, falls der Flug aus irgendwelche Gründe länger dauern würde. Der Pilot wäre dann so müde, dass er nicht in der Lage wäre, das Flugzeug zu landen.
Unser Ziel ist es deshalb, die Grenzen des Schlafmangels, der Ernährungsgewohnheiten, der Hygiene im Cockpit, der Nutzung der Toiletten, der Schichtarbeit des Mission Teams zu testen, jedoch ohne es dabei zu weit zu treiben. Bis jetzt gingen wir nicht zu weit, aber es ist schon ziemlich beeindruckend!
Bertrand (ich habe nicht vergessen, dass ich einmal Arzt war...)