Happy Earth Day
Am Montag, 22. April, haben unsere beiden Piloten André Borschberg und Bertrand Piccard die technischen Flüge 5 und 6 erfolgreich abgeschlossen. Es hätte keinen besseren Zeitpunkt geben können, den Earth Day zu feiern: Ein ausschließlich solargetriebenes Flugzeug fliegt mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages über ...
Am Montag, 22. April, haben unsere beiden Piloten André Borschberg und Bertrand Piccard die technischen Flüge 5 und 6 erfolgreich abgeschlossen. Es hätte keinen besseren Zeitpunkt geben können, den Earth Day zu feiern: Ein ausschließlich solargetriebenes Flugzeug fliegt mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages über die Bucht von San Francisco.
Es war eine bereichernde und aufregende Woche hier am Moffett Flugplatz und ich bin immer noch dabei, den Adrenalinschub abzubauen. Der Enthusiasmus und die positiven Bemerkungen von Menschen verschiedenster Herkunft und aller Altersstufen haben mich einfach überwältigt.
Es gab Besichtigungen für Schulen und Universitäten, Veranstaltungen mit den Partnern sowie Besuche von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie dem Kongressabgeordneten Mike Honda, Larry Page, CEO von Google, Shelly Kapoor Collins, eine der Vorsitzenden von „T4O - Technology for Obama“, Julius Anderegg, Generalkonsul der Schweiz in San Francisco, und Lorraine Twohill, CMO von Google. Wir hatten ebenfalls die Gelegenheit, einer angeregten Diskussion im Rahmen der Google Tech Talks beizuwohnen, und haben eine Video-Live-Konferenz mit den Universitäten von Berkeley und Columbia organisiert, bei der die Piloten auf Fragen der Studenten eingegangen sind – unser Solarflugzeug hat eine akademische Brücke zwischen der West- und Ostküste geschlagen.
Ich habe ganz besonders den Tag der offenen Tür genossen, den das Solar Impulse Team so intensiv vorbereitet hat. Eintausend Menschen sind zum Hangar 2 gekommen, um die HB-SIA zu bewundern und den überraschenden Vorträgen unserer Piloten André und Bertrand beizuwohnen. Viele Leute waren mit dem Thema sehr gut vertraut und stellten unglaublich präzise Fragen, die mich daran erinnert haben, was für eine Inspiration dieses Projekt wahrlich bietet.
Aber ich habe von all dem Trubel vor allem den besonderen Glanz in den Augen der Menschen mitgenommen, wenn sie die Solar Impulse zum ersten Mal sehen. Es ist über alle Generationen hinweg den Glanz einer sauberen Generation.
China erhöht Investitionen in Solarenergie
Solarenergie wird selbst für den weltweit größten Energieverbraucher allmählich eine bedeutende Energiequelle.
Am 8. August 2012 hat die chinesische Regierung angekündigt, ihre Solarenergieziele bis ...
Solarenergie wird selbst für den weltweit größten Energieverbraucher allmählich eine bedeutende Energiequelle.
Am 8. August 2012 hat die chinesische Regierung angekündigt, ihre Solarenergieziele bis 2015 um 40% von 15 Gigawatt (GW) auf 21 GW zu erhöhen (Reuters). Fallende Kosten bei Photovoltaik-Panels und bedeutende Veränderungen der staatlichen Regulierungen haben diese Entscheidung stark beeinflusst und in der Folge zu einem Wachstumsschub dieses Sektors geführt, der weltweit bereits eine führende Position einnimmt.
Es handelt sich um einen bedeutenden Schritt für dieses Land, das in weiten Teilen noch von Kohle abhängig ist. Der Anstieg der Solarkapazitäten wird die Produktion auf über 9,5% des gesamten chinesischen Energieverbrauchs erhöhen und entspricht etwa 478 Millionen Tonnen Kohle.
Es bleibt zu hoffen, dass viele andere Länder der Solarwelle folgen! Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier (in englischer Sprache).
Verschiedene Meldungen haben in den letzten Tagen mein Interesse geweckt.
Als Erstes die Ölpest im Golf von Mexico eine Katastrophe, die mir beinahe die Sprache verschlägt. Täglich erreichen ...
Als Erstes die Ölpest im Golf von Mexico eine Katastrophe, die mir beinahe die Sprache verschlägt. Täglich erreichen uns neue Meldungen über riesige Ölteppiche, welche die Küsten von Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida bedrohen. Über Tiere und Ökosysteme, die am Petrol zugrunde gehen. Über Fischer, Austernzüchter oder Hoteliers, die ihr Einkommen verlieren. Und über unsere die Machtlosigkeit, den selbst angerichteten Schaden einzudämmen. Was lässt sich da noch anfügen?
Vielleicht, dass das Fiasko dem Menschen, diesem ewigen Zauberlehrling, auf dramatische Weise die eigenen Laster vor Augen führt. Den Hochmut zu glauben, er könne eine Technik beherrschen, die selbst die Herausgeber des Öl-Newsletters Global Oil Briefing" als extrem riskant" bezeichnen. Die Gier, wegen der die Bohrinseln immer weiter vom Festland entfernt platziert und die Bohrlöcher immer tiefer in den Boden getrieben werden. Wissend, dass man 1500 Meter unter dem Meeresspiegel und bei einem Öl- und Gasdruck von 2800 kg pro Quadratzentimeter nicht immer gegen Mutter Natur gewinnen kann", wie James, Techniker auf der Deepwater Horizon, in einem Radiointerview sagte. Irgendwann spielt sie einen Ball, auf den Du nicht vorbereitet bist." Und schliesslich, nach der Havarie, die Angst und Wut, die Manchen zum zynischen Ausruf verleiteten: Spill, baby, spill!"
Heisst das nun, dass auf hoher See jede Orientierung verloren gegangen ist? Nicht unbedingt. Während alleine im Golf von Mexico heute noch über 3800 Bohrinseln Öl und Gas fördern, hat sich auch die Produktion von Windenergie auf dem offenen Meer etabliert. Vor wenigen Tagen hat das US-Innenministerium dem Bau des ersten Offshore-Windparks des Landes vor der Küste von Massachusetts zugestimmt. 130 Turbinen sollen bald 468 Megawatt leisten und 700'000 Tonnen CO2 einsparen helfen. Wie das Ministerium für Energie schätzt, könnte die Kapazität von Offshore-Windparks in Zukunft auf 900 Gigawatt gesteigert werden.
Wesentlich weiter auf diesem Gebiet ist Europa. Alleine in der Nordsee sind heute 784 Windturbinen in Betrieb, weitere 2953 Windräder sind geplant! Ab 2030 sollen in dem erdölreichen Gebiet jährlich 247 Terrawattstunden Strom produziert werden. Was für eine Umwälzung. Die neueste Anlage, Alpha Ventus, ging übrigens vor wenigen Tagen in Betrieb. Sie kostete 250 Millionen Euro, wird jährlich 220 Gigawattstunden ins Stromnetz einspeisen - und sie steht 30 Kilometer weit vor der deutschen Küste entfernt 40 Meter tief im Wasser. Ein Weltrekord.
Doch selbstverständlich hat auch diese Technologie nicht nur Vorteile. So muss Strom aus Offshore-Anlagen deutlich stärker subventioniert werden, als die Energie aus anderen erneuerbaren Quellen. Ausserdem sind die nötigen Investitionen so hoch, dass das Geschäft nur für grosse Energieerzeuger interessant ist. Und schliesslich sind die Auswirkungen von Offshore-Windparks auf die Tierwelt noch kaum erforscht.
Der Mensch bleibt also auch bei der Suche nach einem Ersatz für das Erdöl nur ein Zauberlehrling. Und sollte deshalb nicht übermütig werden.
Vor einigen Tagen habe ich behauptet, herkömmliche Glühlampen durch Energiesparlampen zu ersetzen sei ein einfacher Weg für jedermann, CO2-Ausstoss und Energieverbrauch zu senken.
Nun muss ich zugeben, dass Verhaltenstipps häufig den Mangel haben, etwas zu befehlen, aber wenig zu belegen. Aus diesem Grund ...
Nun muss ich zugeben, dass Verhaltenstipps häufig den Mangel haben, etwas zu befehlen, aber wenig zu belegen. Aus diesem Grund bin ich der Frage nachgegangen, die mir Bertrand kürzlich stellte: "Wie viel Strom lässt sich durch den Einsatz von Energiesparlampen sparen?"
Mit der Unterstützung von Marcus Basien, Chefingenieur von Solar Impulse, habe ich folgende Rechnung angestellt: In der Schweiz leben etwa 7,5 Millionen Menschen in 3'436’000 Haushalten. Darin sind durchschnittlich 26 Lampen installiert. 53 Prozent davon, also 47'348’080, sind Glühlampen, die täglich eine Stunde leuchten. Würden nun alle Glühbirnen mit einem Durchschnittsverbrauch von 60 Watt pro Stunde durch gleich helle 15-Watt-Sparlampen ausgetauscht, könnten jeden Tag 2'130'663’600 Wattstunden Strom eingespart werden. Mit dieser Energie kann unser Solarflugzeug HB-SIA 38 Jahre lang fliegen und die Erde mindestens 328 Mal umrunden! Das mag abwegig klingen, ist aber nicht so verrückt, wie Tag für Tag riesige Mengen an Energie zu verschwenden.
Kein Zweifel, viele von Euch teilen die Ansicht von Bertrand, dass der Klimagipfel von Kopenhagen eine Enttäuschung war und sein Ergebnis weit hinter unseren Erwartungen zurück blieb.
Einmal mehr haben Politiker und Regierungen ihre Zeit damit vergeudet, sich über unwichtige technische Details zu streiten, ...
Einmal mehr haben Politiker und Regierungen ihre Zeit damit vergeudet, sich über unwichtige technische Details zu streiten, statt über den dringend nötigen Einsatz von Cleantech und erneuerbarer Energien. Bertrand, der zweimal nach Kopenhagen gereist war, kehrte frustriert nach Hause zurück und meinte, eine «einmalige Gelegenheit wurde verpasst». Eine Einschätzung, die wir alle teilen.
Ausgerechnet in Kopenhagen wurde nun das Projekt «100 einzigartige Orte, die schon bald verschwinden könnten» präsentiert. Gestützt auf die Berichte des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zeigt http://www.100places.com, welche Städte, Inseln und Landschaften rund um den Globus möglicherweise schon in 30 - 60 Jahren für immer verloren sind. Bedeutende Orte wie der Battery-Park in New York, Venedig oder das Grosse Barrier Riff sind in grösster Gefahr.
«100 Orte» macht aber auch konkrete Vorschläge, wie Unternehmen, Politiker und jeder Einzelne von uns mit einfachen Mitteln den CO2-Ausstoss senken kann ... indem Linienflugzeuge direktere Routen fliegen, effizientere Autos zum Einsatz kommen oder indem wir Glühbirnen durch Stromsparlampen ersetzen. Hätten die Politiker «100 Orte» doch nur als Anleitung für ihre Programm genommen. Dann wäre der Klimagipfel von Kopenhagen zu dem Erfolg geworden, der er hätte sein sollen!