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INTERVIEW OF RAYMOND CLERC: MISSION FLIGHT DIRECTOR
INTERVIEW OF B. PICCARD AND L. TRULLEMANS (METEOROLOGIST)
INTERVIEW OF RAYMOND CLERC: MISSION FLIGHT DIRECTOR
MISSION 2012

Gibraltar Überquerung

Dies ist ein historischer Moment für das Team von Solar Impulse und für die Solarluftfahrt. Bertrand Piccard überquerte soeben im Cockpit des HB-SIA die Straße von Gibraltar, die Stelle, die Europa von Afrika trennt. Er überquerte die Meerenge um ca. 16:00 Uhr (UTC +2) und ist nun auf dem Weg geradeaus in Richtung ...

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Dies ist ein historischer Moment für das Team von Solar Impulse und für die Solarluftfahrt. Bertrand Piccard überquerte soeben im Cockpit des HB-SIA die Straße von Gibraltar, die Stelle, die Europa von Afrika trennt. Er überquerte die Meerenge um ca. 16:00 Uhr (UTC +2) und ist nun auf dem Weg geradeaus in Richtung Tanger in einer Höhe von ca. 7'000m.

Elâ führte ein kurzes Gespräch mit Bertrand: "Die Landschaft ist einfach unglaublich, ich sehe Wolken auf einer Seite, die mich an die «Aletschgletscher» erinnern und den Atlantischen Ozean auf der anderen Seite." Fotos sind verfügbar, sobald Bertrand wieder auf die Erde zurückkommt!

Die meisten von Ihnen denken vielleicht, dass Fliegen in wärmere und sonnigere Klima ideal sei für die Solarflugzeuge. Doch es gibt noch andere meteorologische Aspekte, die in diesen Regionen berücksichtigt werden müssen. Die Sommersonnenwende naht (21. Juni) und mit ihr die Intensität der direkten Sonneneinstrahlung. Die Erwärmung der Erde führt zu einer Zunahme der vertikalen Winde, besser bekannt als Turbulenzen, die das Flugzeug destabilisieren oder, schlimmer noch, degradieren.

Aus diesem Grund ist das Team von Meteorologen, es sind Modellierung- und Simulationsspezialisten, Schlüssel zum reibungslosen Ablauf des Fluges. Abgesehen von offensichtlichen und sichtbaren Klimahindernissen, wie Nebel und Regen, sind die wichtigsten Daten, die für einen bestimmten Flug analysiert werden müssen, folgende:

  • Start- und Landebedingungen. Seitenwind und Gegenwind dürfen 5 Knoten, respektive 7 Knoten nicht übersteigen.
  • Zuverlässigkeit von meteorologischen Daten
  • Oberflächen-Bedingungen (Inversionswetterlagen und Low-Level-Jets, das heisst: starke Winde unter 400m)
  • Höhenbedingungen (Veränderung in Winden an jedem Höhenprofil)

Dieser Flug ist sehr günstigen Wetterbedingungen ausgesetzt. Keine Stürme sind in Sicht und Turbulenzen werden sich während des gesamten Fluges auf ein Minimum beschränken. Dennoch müssen die Meteorologen detaillierte Wettervorhersagen für zwei alternative Flughäfen auf der Route, in diesem Fall Sevilla (Spanien) und Tanger (Marokko), vorbereiten.

Die letzte Herausforderung dieses Fluges wird zum Zeitpunkt der Landung sein. Die Windsituation wird sich im Laufe des Abends verbessern. Gleichzeitig wird das Meteorologische Team und das Mission Control Center eng mit den Piloten zusammen arbeiten, um das perfekte Landefenster zu finden.

EIN FEDERLEICHTER START: SOLAR IMPULSE IST IN DER LUFT!

Die von André Borschberg pilotierte HB-SIA ist heute morgen um 07:11 Uhr vom Flughafen Paris – Le- Bourget abgehoben.

Für das gesamte Solar Impulse Team hat damit ein langer Tag angefangen, für einige unter ihnen wird er gar bis um Mitternacht dauern, wenn sich die Türen zum Hangar öffnen.

Letzte Vorbereitungen und Tests: Die HB-SIA wird um 5.30 Uhr aus dem dunklen Hangar geholt, ihre Batterien zu 100% geladen. Am Vortag war ...

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Für das gesamte Solar Impulse Team hat damit ein langer Tag angefangen, für einige unter ihnen wird er gar bis um Mitternacht dauern, wenn sich die Türen zum Hangar öffnen.

Letzte Vorbereitungen und Tests: Die HB-SIA wird um 5.30 Uhr aus dem dunklen Hangar geholt, ihre Batterien zu 100% geladen. Am Vortag war das Solarflugzeug bewusst der Sonneneinstrahlung ausgesetzt worden, um sicher zu stellen, dass die Batterien für den langen Rückflug voll sind.

Der Pilot André steigt um 06:10 ins Flugzeug, danach wird die Maschine an das Ende der Piste gezogen. Hier werden der Motor sowie alle weiteren technischen Funktionen des Flugzeugs getestet....Motor an und.....Start!

Raymond Clerc, der Verantwortliche der Mission, hat seine Basis im schweizerischen Payerne, wo er, gemeinsam mit seinem Team, für die Koordination des Flugs vom Boden aus zuständig ist. Er erklärt mir, dass die erste Schwierigkeit im Umfliegen des Flughafens Paris Charles-de-Gaulle bestehe. Um dies zu bewerkstelligen, wird André Borschberg derselben Route wie beim Hinflug folgen, nur dieses Mal in die entgegengesetzte Richtung, das heisst, indem er Charles-de-Gaulle in einer geringen Flughöhe während rund zwei Stunden (600 Meter über Meer) südlich umrundet.

Die HB-SIA kann danach ihren Steigflug beginnen. Sie wird eine Reiseflughöhe von 3'500 Metern haben und dann Kurs auf Troyens nehmen, bevor sie zwischen Dijon und Belfort hindurch fliegt. Wenn alles wie vorgesehen läuft, wird sie die französisch-schweizerische Grenze in der Höhe von la Brévine um ca. 15:00 Uhr überqueren, nachdem sie zuvor Besançon überflogen hat.

Zwischen Payerne und Morat heisst es dann nur noch, Geduld zu haben und darauf zu warten, bis die Bise abflaut und zu hoffen, dass allfällige thermische Störungen nicht mit dem Sonnenuntergang einhergehen.

Wie Raymond Clerc erklärt, sind die Wetterbedingungen absolut perfekt mit einem leichten Wind aus Osten bis in einer Höhe von 2'000 Metern und Wind aus Westen darunter, welcher kaum spürbar ist. Und die Bise, welche auf der Schweizer Hochebene bläst, wird gegen Ende des Nachmittags abflauen.

Kurzum, es herrschen absolute Traumbedingungen für diesen letzten Flug der Solar Impulse innerhalb der Serie europäischer Flüge.

VORBEREITUNG ZUR LANDUNG

Die HB-SIA, an deren Steuer André Borschberg seit 5:10 Uhr heute Morgen sitzt, wird zwar erst gegen 21 Uhr in Le Bourget landen, dennoch ist schon alles bereit für die Schlussphase des Flugs nach Paris.

Flugleiter Raymond Clerc erklärt mir, dass dafür zunächst das genaue Timing des Landeanflugs festgelegt und die Landebahn ausgewählt werden muss. Danach erfolgt das Briefing des Piloten über die verschiedenen durchzuführenden Aktionen. Es handelt sich dabei um eine eigentliche Generalprobe, die kurz vor der Landung ...

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Flugleiter Raymond Clerc erklärt mir, dass dafür zunächst das genaue Timing des Landeanflugs festgelegt und die Landebahn ausgewählt werden muss. Danach erfolgt das Briefing des Piloten über die verschiedenen durchzuführenden Aktionen. Es handelt sich dabei um eine eigentliche Generalprobe, die kurz vor der Landung nochmal durchgespielt wird.

Ich bin überzeugt, dass wir auf der Piste 21 landen werden, meint Raymond Clerc zu mir. Vielleicht ist es aber auch die 03. Die 03 wäre spektakulärer. Aber die Sicherheit und der Flugverkehr stehen bei diesen Überlegungen immer an erster Stelle. Eines ist sicher, die Entscheidung fällt um 20:30 Uhr.

Der Adrenalinspiegel von André Borschberg, der sich normalerweise durch seine olympische Gelassenheit auszeichnet, ist gegen 16:30 Uhr angestiegen, als er feststellen musste, dass sich die Wolken nicht wie erwartet auflösten. Er musste deshalb in ein Loch eintauchen, um die obere Wolkenschicht zu durchbrechen. Seither fliegt er völlig ruhig zwischen der oberen und unteren Wolkenschicht, die sich nach und nach auflöst.

Das Ladungsniveau der Batterien ist optimal, sie sind noch während einer knappen halben Stunde zu 100% geladen, dies dank der wenigen Sonnenstrahlen die durch die Wolken dringen konnten. Bis zur Landung um 21 Uhr wird die Ladung dann auf ungefähr 80% absinken.

 


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