Surfen nur in Kalifornien?
Nach dem längsten Flug in der Geschichte unseres Projektes mit Landung um 01:08PM CDT (UTC-5) am Donnerstag den 23. Mai auf dem Dallas International Airport, hatte André zwei Wünsche: Als erstes kann es, wenn man über 1,90 Meter gross ist, im 1,3 m³ Cockpit nach über 18 Stunden ziemlich eng werden, weshalb er seine ...
Nach dem längsten Flug in der Geschichte unseres Projektes mit Landung um 01:08PM CDT (UTC-5) am Donnerstag den 23. Mai auf dem Dallas International Airport, hatte André zwei Wünsche: Als erstes kann es, wenn man über 1,90 Meter gross ist, im 1,3 m³ Cockpit nach über 18 Stunden ziemlich eng werden, weshalb er seine Beine ausstrecken wollte. Als zweites wollte er seinem Nachnamen alle Ehre erweisen: er ist eben ein Borschberg: ein Bonvivant. Er wünschte sich ein weltbekanntes Texas-Steak und bat sogar Einwohner von Dallas um die besten Adressen der Stadt. Eine Idee?
Spass beiseite. Es war es ein einzigartiger aber auch herausfordernder Flug. Die Flugvorbereitungen fielen sehr intensiv aus, da wir uns auf die besonderen Windbedingungen, die sich hier nach Sonnenuntergang ergeben, einstellen mussten. Dies ermöglichte André dafür im Himmel zu surfen. Da das Solarflugzeug so leicht ist und verhältnismässig langsam fliegt, konnte es regelrecht auf den Auf- und Abwinden der Berge reiten. Dies zeigt sich klar auf dem Flugprofil: dieses Phänomen liess das Flugzeug auf- und absteigen und so über die Windwellen gleiten.
Der Flug war das ideale Training für den Piloten und das Team im Mission Control Center. Dabei wurde erneut bestätigt, dass wir flexibel sein müssen und wenn immer möglich die lokale Flugsicherung um Erlaubnis bitten sollten, auf verschiedenen Höhen fliegen zu dürfen. Verschiedene Optionen ermöglichen es uns, auch in einem Abschnitt mit speziellen Winden vorwärts zu kommen. Allerdings ist dies aufgrund des dichten Flugverkehrs unterhalb des Solarflugzeugs nicht immer möglich.
Der Himmel über Texas hat die führende Surfposition Kaliforniens auf Probe gestellt, aber mit André zurück auf festem Boden kann er sich ein gutes Paar Cowboystiefel überziehen und traditionellere texanische Sportarten ausprobieren.
Tims neues Abenteuer
Andrés und Bertrands Flug wird von einer ganz speziellen Figur mitverfolgt, einer, die seit mehreren Generationen zur Familie Piccard gehört. Kennen Sie den jungen Journalisten mit den blonden aufgestellten Haaren, der immer von seinem Hund Struppi begleitet wird? Tim, der Journalist mit Abenteuergeist und Held des ...
Andrés und Bertrands Flug wird von einer ganz speziellen Figur mitverfolgt, einer, die seit mehreren Generationen zur Familie Piccard gehört. Kennen Sie den jungen Journalisten mit den blonden aufgestellten Haaren, der immer von seinem Hund Struppi begleitet wird? Tim, der Journalist mit Abenteuergeist und Held des belgischen Comiczeichners Hergé, stürzt sich in ein neues Abenteuer und folgt dem Across America-Flug!
Bertrands Grossvater, Auguste Piccard, war ein bekannter Schweizer Wissenschaftler, Forscher und Professor an der Université Libre de Bruxelles. Auguste war nicht zu übersehen: Er war mit 1,96 Metern grossgewachsen und seine schräge Kleidung sowie seine besondere runde Brille liess ihn aus der Menge hervorstehen. Seine wichtigste Erfindung war die Druckkabine, eine Notwendigkeit für moderne Flugzeuge. Er gelangte als erster Mensch in die Stratosphäre und das noch vor dem 2. Weltkrieg. Dabei konnte er die Erdkrümmung betrachten, was damals unmöglich schien. Danach baute er den Bathyskaphen, der von seinem Sohn Jacques Piccard und dem Amerikaner Don Walsh benutzt wurde, um 1960 den tiefsten Punkt aller Ozeane zu erreichen: der Marianengraben.
Augustes Beiträge zur Wissenschaft inspirierten Hergé zur Comicfigur Professor Bienlein. Bienlein, ein zerstreutes Genie, erfindet in Tims Abenteuern einige unglaubliche Geräte, darunter eine Mondrakete, ein U-Boot in Haifischform und eine Pille gegen Alkoholismus.
Obwohl Hergé, dessen richtiger Name eigentlich Georges Prosper Remi lautete, 1983 gestorben ist, werden die Comics mit Tim und Struppi weltweit weiterhin gelesen. Hergé hätte Solar Impulse auf unseren Abenteuern sicher leidenschaftlich verfolgt und wer weiss, vielleicht hätte Professor Bienlein dann eine bahnbrechende Erfindung mit erneuerbaren Energien gemacht? Das werden wir nie erfahren, aber das Team von Solar Impulse lädt Tim und seine Freunde herzlich dazu ein, unsere Reise quer durch Amerika mitzuverfolgen.
Für weitere Informationen über Tim klicken Sie hier und den Tim und Struppi-Blog über Solar Impulse (nur auf Französisch) finden Sie hier.
Wie bereitet man sich auf einen 20-stündigen Flug in einem Solarflugzeug vor?
Es ist keine einfache Aufgabe, Pilot eines Solarflugzeuges zu sein, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass das Cockpit nur knapp 1,3 m³ (46 ft³) groß ist. Der heutige Flug von Phoenix nach Dallas dauert rund 18 Stunden und bietet André die Möglichkeit, den Streckenweltrekord in der Kategorie Solarluftfahrt ...
Es ist keine einfache Aufgabe, Pilot eines Solarflugzeuges zu sein, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass das Cockpit nur knapp 1,3 m³ (46 ft³) groß ist. Der heutige Flug von Phoenix nach Dallas dauert rund 18 Stunden und bietet André die Möglichkeit, den Streckenweltrekord in der Kategorie Solarluftfahrt zu brechen, den er im Jahr 2012 während des Fluges von Payerne (Schweiz) nach Madrid (Spanien) selbst aufgestellt hat. Die heutige Flugstrecke beträgt insgesamt 868 Meilen (1.396,8km).
Wie schafft es André, selbst nach der Hälfte der Strecke konzentriert und wach zu bleiben? Die Piloten müssen nicht nur in körperlicher Topform sein, sondern auch über ein außerordentliches Maß an Konzentration und mentaler Stärke verfügen, um dieses einzigartige und extrem leichte Solarflugzeug bei solch langen Etappen zu steuern. André und Bertrand müssen bei jedem Flug ein noch größeres Konzentrationslevel aufrecht erhalten, da das Cockpit über keinen Autopiloten verfügt und die Streckenupdates allein durch das Mission Control Center (MCC) erfolgen.
André könnte vor einem Flug nur deshalb besorgt sein, wenn er das Gefühl hätte, nicht ausreichend vorbereitet zu sein. Deshalb wird jeder Aspekt des Fluges bis ins kleinste Detail analysiert. Am Tag vor dem Abflug schließt er beispielsweise seine Augen und zeichnet ein inneres Bild der ersten Stunden des Fluges vom Zeitpunkt des Starts an. Er stellt sich alle möglichen „Was wäre wenn“-Szenarien vor, selbst Notsituationen, bis er sich mit den entsprechenden Angaben des Tages, die er vom Flugleiter und dessen Team erhält, wohl fühlt. Am Tag des eigentlichen Fluges erhält der Pilot am frühen Morgen noch ein abschließendes kurzes Briefing, damit er über mögliche Änderungen informiert ist.
André betreibt aktiv Yoga, Atemübungen und Meditation. Mithilfe von Yoga kann er seine Muskeln geschmeidig halten und seinen Blutkreislauf unterstützen. Er überprüft aus verschiedenen Gründen regelmäßig seine Atmung. Wenn er sich zum Beispiel etwas müde fühlt, beginnt er, schneller zu atmen, um seinen Energiehaushalt zu verbessern. Das tut er auch gerne am Tag vor dem Flug. Aber er kontrolliert seine Atmung auch, um sich zu entspannen. Dabei atmet er sieben Mal ein und sieben Mal wieder aus, um seinen Herzschlag zu regulieren und sich in ruhigeren Momenten während des Fluges zu entspannen. Am Tag vor dem Flug meditiert der Pilot kurz bevor er schlafen geht. So befreit er seinen Geist von unnötigen Gedanken und stellt einen tiefen, erholsamen Schlaf sicher.
Die Familie Borschberg ist bekannt für ihre Vorliebe für gutes Essen. Das erklärt, warum André vor allem die Tage vor einem Flug nicht besonders mag. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, er ist ganz begeistert von dem Gedanken, bald wieder im Cockpit zu sitzen. Der einzige Nachteil besteht darin, dass er auf seine Ernährung achten und auf alle ballaststoffreichen Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse verzichten muss (sehen Sie dazu hier das unterhaltsame Video von Brian). Selbst während des Fluges ernährt sich André nur von Snacks wie Getreideriegeln, Nüssen, getrockneten Früchten und vielleicht einem Sandwich. Dazu trinkt er Wasser oder isotonische Getränke.
Bei der Landung knurrt ihm dann ordentlich der Magen und bei der anschließenden Pressekonferenz weitet sich dieses Knurren zum Gebrüll eines Löwen aus. Es ist also kein Wunder, dass André gerne eine üppige Mahlzeit genießt – vergessen Sie nicht, Gemüse mitzubringen!