Pushing the limits? Keine leichte Aufgabe
Wie wir schon so oft vor jedem Test der Struktur wiederholt haben: „Wenn bei 100% zu erwartender Belastung das Teil bricht, ...
Wie wir schon so oft vor jedem Test der Struktur wiederholt haben: „Wenn bei 100% zu erwartender Belastung das Teil bricht, dann ist es zu zerbrechlich, aber wenn es nicht bricht, dann ist es potenziell zu schwer!“. Das ist seit 2007 die Philosophie, die wir bei der Optimierung der Konstruktion der einzelnen Komponenten übernommen haben. Und nachdem jeweils das Design fertig gestellt war, ist nie eine Komponente gebrochen, sie waren jeweils stark und leicht genug ... bis heute. Da wir jeweils immer die Grenzen der Technologien suchen, die wir einsetzen, haben wir den Entwurf und die Konstruktion der Wirbelsäule des Flugzeugs, des Flächenholms optimiert. Vor wenigen Stunden hat das zentrale Stück des Flächenholms unseres zweiten Flugzeuges, der HB-SIB, nicht dem letzten Torsionsversuch standgehalten und brach vor der errechneten maximalen Belastung. Es war der letzte Test und das technische Team bereitete sich bereits vor, diesen Meilenstein zu feiern. Aber das Ende dieses Tages ist nun mit vielen Tränen und Enttäuschung erfüllt. Denn noch mehr wie für Bertrand und mich sind diese Prototypen die Babys von den Ingenieuren, die sie berechnet, konzipiert und gebaut haben. Dies ist ein schwerer Schlag; in der Tat der Erste seit Start des Programmes Solar Impulse in 2003. Wir wissen noch nicht, was passiert ist, wie man die Ruptur erklären kann und ob dies zu Verzögerungen in den folgenden Operationen führt. Jetzt müssen sich die Spezialisten mit dieser Frage auseinandersetzten, aber ich wollte Sie bereits vorab informieren.
Konstruktion des zweiten Flugzeugs: Ein entscheidender Augenblick
Während sich der HB-SIA Prototyp weiterhin auf seiner Mission im Königreich Marokko befindet, beginnt sein großer Bruder, Form anzunehmen. Dieses Flugzeug der nächsten Generation wird vom Solar Impulse Team in Dübendorf entwickelt.
Bei der Konstruktion unseres zweiten Flugzeugs ist der Holm das tragende Rückgrat ...
Während sich der HB-SIA Prototyp weiterhin auf seiner Mission im Königreich Marokko befindet, beginnt sein großer Bruder, Form anzunehmen. Dieses Flugzeug der nächsten Generation wird vom Solar Impulse Team in Dübendorf entwickelt.
Bei der Konstruktion unseres zweiten Flugzeugs ist der Holm das tragende Rückgrat des Flugzeugs. Anfang der Woche erfolgte der zweite Strukturtest des Holms, dieses 72 Meter langen Karbongerüsts, das den inneren Rahmen der Flügel bildet. Dieser Test ist ein entscheidender Meilenstein und überaus bedeutender Augenblick, da wir eine Reihe neuer, spezieller Technologien entwickelt haben. Er validiert vollumfänglich die angewandte Design- und Konstruktionstechnologie.
Bei einem ersten Versuch in der Woche zuvor war zum Entsetzen des Ingenieursteams ein beunruhigendes knackendes Geräusch zu hören, dass sie dazu veranlasste, die Testreihe sofort zu beenden und das Problem zu überprüfen.

Wie schon bei den Tests der Motorgondel wird die strukturelle Belastung zunächst mit einem Modellierungsprogramm am Computer simuliert, bevor sie in der Realität getestet wird. Das Programm wird dazu verwendet, die Resistenz der Tragflächen auf extremste atmosphärische und meteorologische Bedingungen zu untersuchen, denen das Flugzeug während eines Fluges begegnen kann. Obwohl das Eintreten derartiger Bedingungen eher unwahrscheinlich ist, wird so sichergestellt, dass die Tragflächen jedem möglichen Szenario standhalten. Diese Tests ähneln den Tests bei anderen Verkehrsflugzeugen vor ihrem Einsatz.
Wie auf dem Foto zu sehen, wird der Flügelholm umgekehrt platziert und Bleigewichte werden entlang des Holzrahmens verteilt, um die aerodynamischen Kräfte zu simulieren. Der Holm muss den Strukturtest einwandfrei bestehen, um als flugtauglich eingestuft zu werden. Das Team wurde kreidebleich, als es die knackenden Geräusche hörte, und war voller Angst, dass ein irreparabler Schaden am Holm entstanden ist. Obwohl ich kein Ingenieur bin, kann ich mir vorstellen, wie entsetzlich die Vorstellung ist, dass Monate harter Arbeit einfach den Bach runtergehen könnten.
Was allerdings glücklicherweise eher aus diesem Workshop herauskam, war kein beschädigter Holm, sondern eine neue Runde Witze. Es stellte sich nämlich heraus, dass das schreckliche Gequietsche nicht von dem Holm oder der Testausrüstung stammte, sondern von der Decke des Hangars! Das Wetter wird einfach nicht müde, der Solar Impulse schlechte Streiche zu spielen, oder? Während der ersten Testreihe waren die thermischen Bedingungen mit einer Mischung aus heftigem Regen, starken Winden und zeitweiligem Sonnenschein so extrem, dass das Blechdach schließlich um Hilfe rief und für große Unruhe und Angstschweiß beim Team in Dübendorf sorgte. Aber Ende gut, alles gut: Der zweite Anlauf des Strukturtests verlief zur Freude und Aufregung der Solar Impulse Ingenieure reibungslos.
Wann wird es also wieder neue Witze geben? Ich denke, wir sollten die Dübendorf boys fragen ...

Virtueller Flug 2012: Landung nach 72 Stunden
Ich kenne André schon seit langem und bewundere ihn nach wie vor für seine Leistungsfähigkeit, doch überrascht hat mich seine Leistung während dieses Simulationsflugs überhaupt nicht.
In den letzten Tagen habe ich mich immer wieder köstlich über die fieberhafte Tätigkeit oder sogar Ängstlichkeit der medizinischen ...
Ich kenne André schon seit langem und bewundere ihn nach wie vor für seine Leistungsfähigkeit, doch überrascht hat mich seine Leistung während dieses Simulationsflugs überhaupt nicht.
In den letzten Tagen habe ich mich immer wieder köstlich über die fieberhafte Tätigkeit oder sogar Ängstlichkeit der medizinischen Teams amüsiert, die in bestimmten Momenten nicht zu übersehen war. Sie achteten gespannt auf das geringste Anzeichen einer Schwäche, um unverzüglich intervenieren zu können. Doch ich wusste ganz genau, dass es nicht dazu kommen wird!
Mit seinen Yogaübungen im Simulator war André gleichermassen Fakir und Pilot. Und es ist nun mal so, dass sich ein Fakir niemals mit dem eigenen Säbel verletzt!
Ein weiteres Ziel der Simulation bestand darin, das Projektteam für Situationen zu trainieren, die von Müdigkeit und Stress geprägt sind. Auch diesbezüglich konnte ein voller Erfolg verbucht werden. Als kleinen Beweis dafür möchte ich nur festhalten, dass alle Beteiligten schon jetzt wehmütig auf die solidarische und konzentrierte Atmosphäre zurückblicken, die alle Teammitglieder während dieser 72 Stunden zusammengeschweisst hat.

In den nächsten Tagen werden wir sehen, ob gewisse Teammitglieder jeweils für ein paar Stunden pro Tag im Kontrollraum Platz nehmen werden, um einen allzu brutalen Entzug zu vermeiden! Und auch Sie müssen nun leider die unausweichliche Entwöhnung bewältigen... bis zu den praktischen Flugtests, die im nächsten Frühjahr im Mittelmeerraum durchgeführt werden.

André und das Team befinden sich bereits auf der Zielgeraden!! Nach drei Tagen im Hangar, der für die Durchführung des virtuellen Flugs eingerichtet wurde, haben sich alle gut eingelebt, und die Kaffeemaschine hat bereits etwas gelitten .
Zum Glück habe ich noch etwas Kraft und Inspiration, um das letzte Thema zu behandeln, das auf meiner Liste steht ;) Ich habe definitiv nicht so viel Ausdauer wie André.
Ich wollte Ihnen noch etwas vom in dieser Woche getesteten Cockpit des zweiten Flugzeugs berichten, das gegenwärtig im Bau ist. Im Vergleich ...
Zum Glück habe ich noch etwas Kraft und Inspiration, um das letzte Thema zu behandeln, das auf meiner Liste steht ;) Ich habe definitiv nicht so viel Ausdauer wie André.
Ich wollte Ihnen noch etwas vom in dieser Woche getesteten Cockpit des zweiten Flugzeugs berichten, das gegenwärtig im Bau ist. Im Vergleich mit dem Cockpit des bestehenden Flugzeugs (HB-SIA) könnte man sagen, dass dem Piloten ein Upgrade von einem Economy-Class- zu einem Business-Class-Sitz gewährt wurde.
In Zusammenarbeit mit Lantal wurde ein spezieller Sitz entwickelt, der nun während der Simulation getestet wird. Dieser Sitz bietet dem Piloten mehrere Positionen (Flugposition, Entspannungsposition und liegende Position). Er verfügt über ein Luftdrucksystem zur Regelung des Sitzkomforts und über eine integrierte Toilette.



Um Beeinträchtigungen durch die aufgezwungene Bewegungsarmut zu verhindern, führt André Gymnastikübungen durch, die von Ärzten und Osteopathen von Hirslanden entwickelt wurden. Dabei nimmt er gelegentlich auch Positionen ein, die uns unter Umständen etwas seltsam erscheinen und mit denen André nicht wenige von uns mit seiner Gelenkigkeit verblüfft hat. Wahrscheinlich sind das die Überbleibsel seiner Indienreisen ;)




Hopp André, es liegen nur noch einige Stunden vor dir. Beim nächsten Mal ist dann Bertrand an der Reihe!